Europa geht dich was an!

europawahl asb logo 2019 250Kiel (jev). Was ist eigentlich die Europäische Union (EU) und was geht mich das an? Ging dir das auch schon mal durch den Kopf? Öffentliche Zweifler muss man in Zeiten des Brexits und sozialer Netzwerke ja nicht lange suchen. Hier also der Versuch einer kurzen Antwort aus der Sicht junger Menschen: Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die EU aus dem Bündnis von sechs westeuropäischen Staaten in den 1950er-Jahren entstanden. Als Wertegemeinschaft war sie immer auf ganz Europa angelegt und umfasst mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten. Seither herrscht Frieden!

Viele Menschen denken, diese EU ginge sie nichts an. Das stimmt aber nur, wenn sie nicht atmen und kein Wasser trinken, wenn sie nicht arbeiten, nicht einkaufen und kein Geld haben, wenn sie nicht studieren und nicht verreisen. Sollten sie das aber doch tun, wirkt die EU auf ihr Leben ein. Vieles, was unser Leben bestimmt, wird durch europäische Vorschriften geregelt. Dies betrifft auch junge Menschen und diese haben im wahrsten Sinne des Wortes am 26. Mai die Wahl, wohin es für sie in Europa geht.

Nehmen wir den Bereich unserer natürlichen Umwelt. Hier haben sich die EU-Staaten auf wichtige Standards zur Reinheit von Luft und Wasser oder zum Umgebungslärm geeinigt und das war auch nötig. Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen.

Dass im Supermarkt nicht nur deutsche Produkte angeboten werden, ist für uns völlig selbstverständlich. Spanischer Wein, französischer Käse und polnische Wurstwaren stehen im Regal neben ähnlichen Produkten aus Deutschland. Was besser ist, entscheidet jede*r durch seinen/ihren Einkauf selbst. Die Kunden haben die Wahl. Dabei gelten EU-weit dieselben Qualitätsrichtlinien wie in Deutschland und es wird kein Zoll mehr erhoben, der ausländische Produkte künstlich verteuert. Darüber hinaus verkaufen wir mehr ins EU-Ausland, als wir von dort einkaufen. Diese Exporte haben Deutschland sicher durch wirtschaftlich schwere Zeiten geführt und Arbeitsplätze bei uns gesichert – ein Markt für mehr als 500 Millionen Menschen, auf dem alles so frei und selbstverständlich geht, wie man das aus seinem eigenen Land gewohnt ist.

Aber nicht nur die Waren und Dienstleistungen sind frei, auch die Menschen genießen Freizügigkeit. Wer in einem anderen EU-Land leben und arbeiten will, kann das tun. Deutschland profitiert davon, weil viele dringend benötigte Fachkräfte aus anderen EU-Staaten zu uns kommen und hier zu unserem Wohlstand beitragen.

Zum Einkaufen benötigt man Geld. Wenn du dein Portemonnaie öffnest – siehst du Europa. Unsere Währung ist seit 1999 der Euro, der mittlerweile in 18 EU-Staaten benutzt wird und auf Reisen und beim Handel den Umtausch von Geld erspart. Über die Preisstabilität wacht die Europäische Zentralbank.

An Hochschulen wurden die Bildungsabschlüsse angeglichen, um die gegenseitige Akzeptanz zu stärken. Bachelor und Master gehören hier inzwischen zum Alltag, daran orientieren sich sogar EU-Nachbarn. Damit immer mehr Studierende – und auch Auszubildende – Europa selbst erleben können, hat die EU das Erasmus-Programm ins Leben gerufen. Damit wird Studierenden die Möglichkeit geboten, dass sie einen Teil ihres Studiums im Ausland verbringen können und ihnen die dort erbrachten Leistungen an der Heimathochschule angerechnet werden – seit 1987 mehr als 3 Millionen Mal.

Aber auch, wer in ein anderes EU-Land reist, um in den Urlaub zu fahren oder um Freunde zu besuchen, wird feststellen, dass an Grenzen innerhalb der EU in der Regel keine Kontrollen mehr stattfinden. Du kannst heute von Nordfinnland bis nach Sizilien fahren, ohne einmal deinen Ausweis oder gar Reisepass zeigen zu müssen. Und Flugreisende profitieren zusätzlich von einheitlichen Sicherheitsstandards und EU-weiten Passagierrechten.

Bist du schließlich gut im europäischen Ausland angekommen und rufst mit dem Mobiltelefon zu Hause an, tut das jetzt kostengünstiger als früher, weil die EU die sogenannten Roaming-Gebühren der Telefongesellschaften beschränkt hat.

Dass die EU mit dem täglichen Leben ihrer Bürger*innen nichts zu tun hat, ist also eindeutig falsch. Durchdenkst du deinen Alltag vom Morgen bis zum Abend, wirst du feststellen, dass du fortlaufend Regelungen und Einflüssen der EU begegnest. Das ist uns allerdings meist nicht bewusst. Natürlich bedarf es bei der Zusammenarbeit von 28 Staaten mit 24 Amtssprachen auch eines nicht ganz kleinen Verwaltungsapparates. 25.000 EU-Beamte kümmern sich um all diese Anliegen. Ein Beispiel zum Vergleich: Auf dem Frankfurter Flughafen arbeiten etwa 70.000 Menschen.

Leicht zu verstehen ist die EU sicherlich nicht immer. Aber sie trägt ihren Anteil an manchen Annehmlichkeiten, die gerade junge Menschen hier für selbstverständlich halten. Schon als Garant für den Frieden in Europa ist die Gemeinschaft es wert, mit Leben gefüllt und mitgestaltet zu werden.

Den Rahmen dafür setzt ab 18 Jahren auch du, mit deiner Stimme bei der Europawahl am Sonntag! Nutze sie und stimme für Respekt, Solidarität, Weltoffenheit, Gleichberechtigung und Vielfalt in Europa!

Einen ersten inhaltlichen Überblick über die Positionen der zur Wahl stehenden Parteien gibt dir der  Wahl-O-Mat.

 

Ich und die EU BpB

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Über uns

Wir sind die fast ausschließlich ehrenamtliche Jugendorganisation des Arbeiter-Samariter-Bundes. Die ASJ ist demokratisch aufgebaut, weder konfessionell noch parteipolitisch gebunden. Die ASJ ist offen für alle jungen Menschen und orientiert sich an deren Bedürfnissen und Interessen. Konkrete Angebote sind u.a. Gruppenstunden, Wettbewerbe, Seminare, Erste Hilfe und Freizeiten.

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